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Eskalation im arabischen Golf
Am vergangenen Samstag haben die USA und Israel zivile und militärische Ziele im Iran angegriffen. Dabei ist Ayatollah Ali Kamenei, der iranische Revolutionsführer ums Leben gekommen. Die iranische Regierung hat eine 40-tägige Staatstrauer angekündigt.
Der Iran hat mit Gegenangriffen auf Israel und auf amerikanische Militärbasen in mehreren arabischen Golfstaaten reagiert. Es besteht die Gefahr einer Ausweitung der kriegerischen Auseinandersetzung auf die benachbarten Staaten und länger andauernde Kampfhandlungen. Dies wirft Fragen zur Munitions- und Versorgungsthematik auf Seiten beider Kriegsparteien auf. Im Iran sind die Vorräte nach dem 12-Tage-Krieg von 2025 stark reduziert und die Lieferungen seitens China und Russland unklar. Die USA haben zwar Teile ihrer Kriegsflotte in die Region verschoben und die Ressourcen in Europa zusammengezogen, allerdings stellen sich aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit Fragen zur Einsatzfähigkeit. Aufgrund der Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland könnten auch für die USA Lieferengpässe bei einigen Waffensystemen bestehen.
Die internationalen Reaktionen auf die Eskalation in der Region fielen unterschiedlich aus. Russland äusserte sich zynisch zum «Friedensstifter Trump» und verurteilte den Angriff auf den Iran aufs Schärfste. In Europa haben sich Macron, Merz und Starmer zu einer gemeinsamen Verlautbarung gegen die Angriffe Irans auf Israel und die benachbarten Staaten zusammengeschlossen und die Parteien zur Wiederaufnahme diplomatischer Gespräche aufgefordert. Diese sind Ende letzter Woche in Genf ohne Erfolg abrupt abgebrochen worden.
Im Zusammenhang mit der Eskalation in der Region sind die geopolitischen Risiken massiv angestiegen. Dies dürfte insbesondere auf den Rohstoffsektor Auswirkungen haben. Edelmetalle sind hier die ersten Profiteure und in zweiter Linie sind Kursanstiege bei den Energierohstoffen zu erwarten. Letztere hängen von den Massnahmen Irans in der Strasse von Hormus ab. Über diesen Verkehrsweg werden über 20% der weltweiten Energierohstoffe transportiert. Eine Blockade könnte die Notierungen explodieren lassen, die Versorgungslage massiv einschränken und die Inflation global anheizen, was nicht zuletzt Donald Trump missfallen dürfte, sind seine Umfragewerte auch aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten bereits jetzt auf historischen Tiefstständen aller bisherigen Präsidenten in diesem Jahrhundert.
Die Unsicherheit dürfte sich auch auf den Schweizer Franken auswirken und zu einer weiteren Aufwertung der Währung beitragen. Bereits aufgrund der abgebrochenen diplomatischen Verhandlungen in Genf und der gestiegenen Wahrscheinlichkeit einer militärischen Intervention Ende letzter Woche hat sich der Franken gegenüber dem Euro aufgewertet und den Kurs von 0.91 geknackt. In diesem Marktumfeld dürfte der Franken von seiner Rolle als klassische Safe-Haven-Währung profitieren.
Auswirkungen auf weitere Anlageklassen sind kaum prognostizierbar. Wir konstatieren sinkende Renditen, sind aber nicht sicher, dass sich dieser Trend im Hinblick auf gegebenenfalls steigende Risikoprämien und anziehende Inflation halten kann.
Vieles bleibt zum aktuellen Zeitpunkt schwer prognostizierbar und hängt massgeblich von einer äusserst unsicheren weiteren Entwicklung ab. Erhalten Irans Revolutionsgarden Unterstützung von befreundeten Ländern für ihre angekündigte Rache gegen die USA und Israel? Eskaliert die Situation in der Region weiter? Steuern wir auf eine länger anhaltende militärische Auseinandersetzung hin? Ist das Weisse Haus bereit Bodentruppen zur Durchsetzung ihrer Ziele einzusetzen? Kommt es im Iran zu einem belastbaren demokratischen Regierungswechsel?
Wir halten vorerst an unserer breit diversifizierten Allokation in Aktien fest. Der Anlagefokus bleibt auf Dividenden- und Substanzaktien sowie Themen aus den Bereichen Rüstung, Industrie, Energie, allgemein Rohstoffe und dabei im Besonderen Edelmetalle.

